Projektarbeiten Katastertechnik

Messprojekt der Klasse KT11 im Schuljahr 2009/2010

Am 4. Februar 2010 trafen wir angehenden Katastertechniker uns im Au√üenbereich der Schulg√§rtnerei Sadelerstra√üe 30 , um die Geb√§ude zu vermessen. Unser Ziel war, die Kartengrundlagen der Schulg√§rtnerei zu erneuern. Auch f√ľr g√§rtnerische Anwendungen sind Geodaten von hoher Qualit√§t, wie z.B. genaue Fl√§chen der Beete, von gro√üem Nutzen.

In der Fr√ľh machten wir uns auf den Weg von der Berufsschule am Reinmarplatz 4 in die Schulg√§rtnerei an der Sadeler Stra√üe. Dort erhielten wir von unseren Berufsschullehrern, die mit Vermessungsbussen angereist waren, eine kleine Einweisung und wurden in mehrere Gruppen geteilt.

 

Die eigentliche Messarbeit begann dann mit dem Aufstellen des Tachymeters: Das Messinstrument zum Messen von Horizontal- und Vertikalwinkeln sowie Strecken muss auf einem Stativ aufgestellt werden. Das Tachymeter muss absolut lotrecht aufgestellt werden. Zu einem Reflektor, der auf dem Messpunkt ebenfalls lotrecht aufgestellt wird, werden dann Horizontal- und Vertikalwinkel sowie die schr√§ge Strecke gemessen. Diese Messdaten k√∂nnen dann zu Koordinaten weiterverarbeitet werden. Dies geschieht in unserem Fall mit einem an das Tachymeter angeschlossenen Feldrechner, auf dem ein katastertechnisches Rechenprogramm mit dem Betriebssystem Linux ausgef√ľhrt wird.

 

 

Mit den ersten Messungen werden die umliegenden ober- oder unterirdisch vermarkten Katasterfestpunkte¬† aufgesucht. F√ľr die Katasterfestpunkte sind die Koordinaten des Gau√ü-Kr√ľger-Koordinatensystemes aus vorherigen Messungen bereits bekannt. In unserem Fall wurden die Koordinaten vorab mit GPS-SAPOS durch das staatliche Vermessungsamt M√ľnchen bestimmt. Nun passt man sich in das bestehende Punktfeld ein. Das Instrument wird dabei positioniert, desweiteren erh√§lt man Aussagen √ľber die Genauigkeit des vorhandenen Punktfeldes.

 

Nach der Einpassung beginnt die eigentliche Messarbeit: F√ľr jeden Punkt wird eine Winkel- und Streckenmessung vorgenommen. In einer Handskizze (Handriss) wird der Messfortschritt festgehalten: Jeder Punkt wird mit seiner Punktnummer dargestellt, der Handriss zeigt die Situation m√∂glichst genau. Anhand dieses Handrisses wird sp√§ter im Innendienst die digitale Flurkarte fortgef√ľhrt.

 

Jeder Punkt wird kontrolliert aufgenommen, um Messfehler auszuschließen. Diese Kontrolle geschieht entweder durch unabhängige Doppelaufnahme oder durch  das Messen von Kontrollstrecken  (z.B. Gebäudespannungen) mit dem Maßband. Diese Kontrollmaße werden dann mit den aus Koordinaten berechneten Maßen verglichen:

 

 

 

Im Innendienst werden die Messergebnisse aufbereitet. Aus den gewonnenen Koordinaten und dem Handriss wird die Digitale Flurkarte (DFK) mit der Schulungsrechenanlage erstellt:

 

Die durch unser Messprojekt ‚ÄěDFK f√ľr Sadelerstra√üe‚Äú entstandene Flurkarte sieht wie unten angezeigt aus.

Diese Graphik ist auf genauen Koordinaten im Gau√ü-Kr√ľger-Koordinatensystem dargestellt, die Daten sind in

Form von Vektordaten abgelegt. Damit sind weitergehende Berechnungen (z.B. Abstände zwischen Punkten,

Flächen von Gebäuden oder Beeten...) jederzeit vom Benutzer erzeugbar.

 

 

 

Der Projektbericht als PDF zum Download.